Ratgeber

Jamf oder Microsoft Intune für Macs? Ein ehrlicher Vergleich

Wer Microsoft 365 nutzt, hat Intune oft schon in der Lizenz. Reicht das für die Macs – oder lohnt sich Jamf? Die Antwort hängt davon ab, wie viele Macs Sie haben und was Sie von der Verwaltung erwarten. Und manchmal ist die beste Lösung: beides.

Die Kurzfassung

  • Vor allem Windows, nur wenige Macs, Standardanforderungen: Intune kann genügen.
  • Viele Macs oder hohe Ansprüche an Komfort, Automatisierung und Sicherheit: Jamf.
  • Microsoft 365 mit bedingtem Zugriff und vielen Macs: Jamf für die Apple-Geräte, verbunden mit Microsoft Entra ID – so arbeiten beide zusammen.

Was Intune für Macs kann

Microsoft Intune verwaltet neben Windows auch macOS. Laut Microsoft gehören dazu:

  • Automatische Registrierung neuer Macs über Apple Business sowie Registrierung privater Geräte
  • Konfigurationsprofile für WLAN, VPN, Beschränkungen und eigene Einstellungen
  • Firewall, Gatekeeper und FileVault-Verschlüsselung über die Endpunktsicherheit
  • Verteilung von Apps wie Microsoft 365 und Edge sowie eigener Installationspakete
  • Shell-Skripte für Aufgaben, die über die Standardfunktionen hinausgehen
  • Konformitätsrichtlinien und bedingter Zugriff mit Microsoft Entra ID
  • Anbindung an Microsoft Defender for Endpoint

Der große Vorteil: Intune steckt in mehreren Microsoft-365-Paketen bereits mit drin – Microsoft nennt etwa Microsoft 365 E3 und E5; welche Pakete es genau sind, zeigt Microsofts Übersicht der Intune-Pläne. Zudem liegen Windows-PCs und Macs in einer Oberfläche. Für die Mac-Nutzer ist allerdings einiges zu bedenken – zum Beispiel muss die Unternehmensportal-App selbst verteilt werden, weil sie für macOS nicht im App Store steht.

Was Jamf anders macht

Jamf macht seit 2002 nichts anderes als Apple. Das merkt man an Stellen, die im Alltag den Unterschied machen:

  • Neue Versionen von macOS, iOS und iPadOS ab dem ersten Tag unterstützt
  • Self Service: Mitarbeitende installieren freigegebene Apps und Werkzeuge selbst
  • Vorbereitete Installationspakete halten verbreitete Programme automatisch aktuell – weniger Paketieren von Hand
  • Intelligente Gruppen und erweiterte Inventardaten: Geräte nach Zustand, Software oder Abteilung gezielt steuern
  • Jamf Protect: Endpoint-Schutz, der speziell für den Mac entwickelt wurde
  • Jamf Connect: Anmeldung mit dem Firmenkonto und Zero-Trust-Zugriff auf Anwendungen

Der Vergleich auf einen Blick

Microsoft IntuneJamf (Jamf for Mac)
SchwerpunktWindows, dazu macOS, iOS, Androidausschließlich Apple
Lizenzin mehreren Microsoft-365-Paketen enthaltenzusätzlich, ab 10,99 € pro Mac und Monat*
Neue macOS-VersionenUnterstützung durch Microsoftab dem Tag der Veröffentlichung
Automatische Einrichtungja, über Apple Businessja, über Apple Business
Apps und UpdatesApps und Pakete, Updates per Richtliniedazu vorbereitete Pakete, die sich selbst aktualisieren
Self ServiceUnternehmensportalJamf Self Service
SicherheitMicrosoft Defender for EndpointJamf Protect (enthalten)
Bedingter Zugriffdirekt in Entra IDüber die Konformitätsanbindung an Entra ID
Windows-PCsjanein

* Jamf for Mac enthält Jamf Pro, Jamf Connect und Jamf Protect; ab 25 Geräten, netto, jährliche Abrechnung.

Was kostet was?

Steckt Intune bereits in Ihrer Microsoft-365-Lizenz, fallen auf dem Papier keine zusätzlichen Kosten an. Rechnen Sie aber auch den Aufwand mit: Pakete schnüren, Skripte schreiben und pflegen, Fehler auf Macs suchen. Je mehr Macs Sie haben, desto mehr fällt dieser Aufwand ins Gewicht – und desto eher rechnet sich eine Lösung, die genau dafür gebaut ist. Zum Vergleich: Jamf for Mac mit Verwaltung, Anmeldung und Endpoint-Schutz kostet bei uns ab 10,99 € pro Mac und Monat.

Das Beste aus beiden: Jamf und Intune zusammen

Viele Unternehmen nutzen Microsoft 365 für Identität und E-Mail und Jamf für die Macs. Damit der bedingte Zugriff trotzdem funktioniert, meldet Jamf Pro über eine Konformitätsanbindung an Microsoft Intune, ob ein Mac den Vorgaben entspricht. Microsoft Entra ID entscheidet dann, ob der Zugriff auf Microsoft 365 und andere Dienste erlaubt ist. Jamf bewertet die Konformität dabei anhand seiner eigenen intelligenten Gruppen.

Gut zu wissen

Die frühere Anbindung über „Conditional Access“ hat Microsoft Anfang 2025 eingestellt; heute läuft die Verbindung über die Gerätekonformität. Für den bedingten Zugriff verlangt Microsoft eine Lizenz für Entra ID P1; laut Microsoft können ihn auch Kunden mit Microsoft 365 Business Premium nutzen. Neue Macs können sich dabei mit einer hardwaregestützten Geräteidentität über Platform Single Sign-on registrieren.

So entscheiden Sie

  1. Wie viele Macs haben Sie – und wie viele werden es?

    Bei einer Handvoll Macs in einer Windows-Umgebung kommt man mit Intune oft aus. Ab einigen Dutzend Macs zahlen sich Jamfs Komfort und Automatisierung meist aus.

  2. Wer verwaltet die Macs?

    Hat Ihre IT Erfahrung mit macOS? Wenn nicht, spart Jamf viel Einarbeitung und Handarbeit.

  3. Wie wichtig sind Sicherheit und Nachweise?

    Jamf Protect ist auf den Mac zugeschnitten; Vorgaben wie die CIS-Benchmarks prüft Jamf laufend.

  4. Nutzen Sie bedingten Zugriff in Microsoft 365?

    Dann planen Sie die Konformitätsanbindung von Anfang an mit ein – sie funktioniert mit Jamf genauso wie mit Intune.

Häufige Fragen

Ist Intune für Macs kostenlos?

Intune ist in mehreren Microsoft-365-Paketen enthalten, laut Microsoft zum Beispiel in E3 und E5. Steckt es in Ihrer Lizenz, fallen keine zusätzlichen Lizenzkosten an – der Aufwand für Pakete, Skripte und Pflege aber schon. Ob Intune dabei ist, sehen Sie in Ihrem Microsoft-365-Vertrag oder fragen Sie uns.

Kann Jamf auch Windows-PCs verwalten?

Nein, Jamf ist auf Apple spezialisiert. Für Windows bleibt Intune zuständig; über Microsoft Entra ID arbeiten beide zusammen.

Funktioniert der bedingte Zugriff von Microsoft 365 auch mit Jamf?

Ja. Jamf Pro meldet die Konformität der Macs über die Anbindung an Intune an Microsoft Entra ID, das dann über den Zugriff entscheidet.

Lohnt sich ein Wechsel von Intune zu Jamf?

Das hängt von der Zahl der Macs und Ihren Anforderungen ab. Wir schauen uns Ihre Umgebung im kostenlosen Erstgespräch an und sagen Ihnen ehrlich, ob sich ein Wechsel lohnt.

Quellen